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Fachbereich Sozialkunde

Ein Plädoyer für Europa zu Cola und Popcorn

Kino Kino


Unmittelbar vor den Wahlen zum EU-Parlament 2019 besuchten die Klassen F12Sa und F12Sb mit ihrem Sozialkundelehrer Josef Bachmeier eine Live-Dokumentation zur EU im Chamer Kino, mit der der Politikwissenschaftler Ingo Espenschied im Frühjahr durch Deutschland tourte.

„Europa, das ist eine Chance“, sagt Ingo Espenschied mit leuchtenden Augen, er sprüht vor Elan für Europa. Der studierte Politikwissenschaftler kommt aus der Nähe von Mainz und zählt sich zu den Gewinnern der Einigung auf dem Kontinent. „Mein Opa hat noch vom Erzfeind Frankreich gesprochen“, erinnert er sich. Damals ging der Enkel gerade zum Studieren nach Paris – undenkbar für den Großvater. Der Weg führte den jungen Mann mit seinem Auto ohne Pass über die Grenze. Links und rechts der Straßen mahnten die vielen Soldatengräber. Sie markierten den Weg, den Espenschied als junger Mann einschlagen sollte und so steht er nun vor ca. 150 Schülern, allesamt Erstwähler, im Kino-Center Cham und motiviert sie, am Sonntag, den 26. Mai, zur Wahl zu gehen. Sie kaufen Popcorn und trinken Cola.

Doch wofür wählen? Warum? Brüssel und Straßburg liegen so weit weg, die Bürokratie ist undurchsichtig und das Gesetzgebungsverfahren schwer verständlich. „Das gilt doch aber auch für Bayern und Deutschland. Wer weiß schon, wie der Bundespräsident gewählt wird und welche Aufgaben er genau hat?“, erwidert Espenschied und macht keinen Hehl daraus, dass politische Aufklärung für einen mündigen Bürger durchaus wichtig ist. Sein Film bringt es dann auf den Punkt. Er beginnt beim Widerstand des Europäischen Parlaments gegen das Acta-Verfahren 2012. Ein Meilenstein in der Geschichte Europas. Damit hat sich das Parlament selbstbewusst und stark genug gezeigt, den Regierungen weltweit die Stirn zu bieten. Das umstrittene Urheberrechtspaket war damit vom Tisch. Ausgehend von diesem Schritt in die Selbstständigkeit blättert der Regisseur zurück in die Vergangenheit zu den ersten Pan-Europa-Gedanken der 1920er-Jahre über die frühe Verständigung zwischen den großen Nationen Deutschland und Frankreich in der Wirtschaftseinheit Montanunion bis zur ersten wirklichen Europawahl mit einem direkt gewähltem Parlament, dessen Abgeordnete gesetzgebende Kraft besaßen. Das war 1979. Damals lag die Wahlbeteiligung in der Bundesrepublik Deutschland bei rund 60 Prozent. „Heute kommen wir auf beschämende 40 Prozent“, bedauert Espenschied. Gerade deshalb ist ihm Europa ein Anliegen.

In seiner Dokumentation wird unzweifelhaft klar, dass wir uns mitten in einem Prozess der Einigung befinden, der noch lange nicht abgeschlossen ist. Wer aber nur über die Gemeinschaft schimpfen kann, der hat seiner Meinung nach „den Blick noch nie über den Tellerrand hinaus geworfen“. Und dann legt er den Schülern die wichtigste Botschaft überhaupt ans Herz: „Wir haben in Europa gelernt, mit Worten zu kämpfen, nicht mit Waffen.“ Wer hinter dieser Idee steht, tut sicher gut daran, zur Wahl zu gehen.


Speed-Dating mit Politikern

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Einige Schüler der Klassen B12T und B12TW haben im Vorfeld der Landtagswahlen in Bayern an einem Speed-Dating mit Direktkandidaten teilgenommen, um ihnen bezüglich ihrer politischen Ziele und Vorstellungen etwas genauer auf den Zahn zu fühlen.

Liebe auf den ersten Blick sieht anders aus. Jakob nippt nochmal an der Wasserflasche und fährt sich durch die Haare. Wen er jetzt wählen soll? „Schwierig“, sagt der Schüler und runzelt dabei die Stirn. „Haben sich irgendwie alle ganz gut geschlagen.“ Dabei war das für keinen der Gäste, die sich an einem Abend vor den Wahlen im Newsroom des Bayerwald-Echos zu einem Rendezvous der besonderen Art getroffen haben, selbstverständlich.

Sechs Direktkandidaten zur Landtagswahl mussten beim Speed-Dating beweisen, wie sie die „Likes“ von jungen Wählern bekommen und das ohne lange zu schwafeln. Genau fünf Minuten gab die Stoppuhr den Schülern, um die Parteivertreter mit ihren Fragen, die sie vorab im Unterricht erarbeitet hatten, in die Mangel zu nehmen. Neben Fragen zu den Themen Migration und Rente brannte den Schülern zudem der schleppende Ausbau des Mobilfunknetzes und der Breitbandverbindungen unter den Nägeln. „LTE ist fast 20 Jahre alt“, kritisierte BOS-Schüler Korbinian. „Wie kann es sein, dass ich heute für ein bisschen Empfang 20 Minuten zum nächsten Mast fahren muss?“ Gerhard Hopp von der CSU räumte hier ein: Könnte er die Zeit zurückdrehen, würde er den Breitbandausbau nicht mehr privatisieren, so wie durch die Staatsregierung geschehen. Alfred Stuiber von den Liberalen kritisierte die mangelnden Vorgaben an die Mobilfunkbetreiber bei der Vergabe der Lizenzen und verwies auf den Slogan auf den FDP-Wahlplakaten: „Früher hatte man die Pest, heute keinen Empfang.“ Den Linken-Kandidat Marius Brey konfrontierten die Schüler mit seiner Forderung einer Mindestrente von 1.050 Euro und der Einführung einer 30-Stunden-Woche als Antwort auf den Wegfall durch die Digitalisierung. Migration war das Thema am Tisch der Freien Wähler mit Robert Riedl: „Was ist Ihre Idee für die Flüchtlingspolitik?“, wollen die Schüler vom Bad Kötztinger wissen, der auf die Einhaltung der Rechtsstaatlichkeit pochte. Sobald der Krieg in den Heimatländern vorbei sei, würden viele Asylbewerber dorthin zurückkehren, erklärte Riedl. Wichtiger sei es deshalb, Fluchtursachen für die Zukunft zu bekämpfen.

SPD-Kandidat Franz Kopp hatte am Fall Maaßen zu knabbern. Auf die Frage, wie er den Skandal gelöst hätte, verwies er auf Angela Merkel. Die Bundeskanzlerin hätte sich wie ein professioneller Arbeitgeber verhalten und Maaßen degradieren müssen.

Grünen-Kandidat Michael Döblinger sprach sich auf die Frage nach der Religion an Schulen für die Einführung eines Islam-Unterrichts aus, der die Kinder an einen „weltoffenen Islam“ heranführe.

Das Zeugnis für ihren Auftritt bekamen die Politiker an der Wahlbox serviert. In einem Stimmungstest durften die Schüler die Kandidaten benoten und je ein „Like“ und ein „Dislike“ vergeben. Sieger der „Vorwahlen“ war Alfred Stuiber (FDP) mit zehn Stimmen. Den besten Notenschnitt kassierte hingegen Linken-Kandidat Marius Brey mit 1,96.


Austausch mit den USA wichtiger denn je

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Dr. Gerhard Hopp, MdL, spricht an der FOSBOS Cham über die politische Situation in den USA.

Seit Donald Trumps Wahlsieg in den USA, den viele nicht für möglich gehalten hatten, schaut die Welt gespannt auf die politischen Entwicklungen in dem Land, das von jeher eine große Faszination gerade auf junge Leute ausübt. So wecken die aktuellen Geschehnisse freilich auch das Interesse der Schülerinnen und Schüler der Beruflichen Oberschule Cham, die sich am Montag, den 06.11.2017, über die tolle Gelegenheit freuen durften, mit Dr. Gerhard Hopp, MdL, der der Einladung von OStRin Michaela Schedlbauer gefolgt war, einen fachlich kompetenten aber auch rhetorisch gewandten Ansprechpartner zum Themenschwerpunkt „Das amerikanische Wahlsystem und die politische Situation in den USA“ für einen Vormittag im Haus zu haben.

Anschaulich informierte Dr. Gerhard Hopp zunächst über das Wahlsystem in den USA, wobei besonders die Schilderungen der persönlichen Eindrücke vom Wahlkampf, die der Politiker während seiner USA-Reise zur Zeit der Wahlen sammeln konnte, beeindruckten. Interessiert begutachteten die jungen Leute die Plakate, die der Referent aus den USA mitgebracht hatte, und beteiligten sich rege mit Fragen, als Dr. Hopp anschließend die aktuelle politische Situation in den USA erläuterte. Abschließend betonte er, dass gerade jetzt ein Austausch mit den USA wichtiger sei als je zuvor und ermutigte die jungen Erwachsenen, sich am politischen Diskurs auch hierzulande zu beteiligen.


Amnesty-Mobil machte Station

Infobus von ai

Auch so geht politische Bildung: Eine Kooperation zwischen der Beruflichen Oberschule Cham und der Landkreisgruppe von amnesty international verdeutlichte den Schülern am Chamer Schulberg die aktuelle Menschenrechtsproblematik. Eingeladen waren auch die Nachbarschulen.
„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ Dieser Satz aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte gilt weltweit, dennoch müssen wir erkennen, dass die Umsetzung mehr als gefährdet ist. Die in über 150 Ländern agierende Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai) will Missstände aufdecken und informieren. Bei der Aktion in Cham ging es darum, die Schüler über die Arbeit von ai zu informieren, aber sie auch zu motivieren, aktiv zu werden.
Im Rahmen einer Kampagne über Unterdrückung der Pressefreiheit in der Türkei hatten die Schüler die Möglichkeit, an einer Postkartenaktion teilzunehmen. Erst kürzlich, am 3. Mai 2017, dem internationalen Tag der Menschenrechte, hatten alle Zeitungen weltweit festgestellt, dass Pressefreiheit keine Selbstverständlichkeit ist. Nicht erst seit der Verhaftung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel ist die Menschenrechtssituation in der Türkei in aller Munde. Nirgendwo sind so viele Journalisten im Gefängnis wie in der Türkei. Derzeit sind es mindestens 120, viele Quellen sprechen sogar von mehr als 150. Und die Verhaftungen gehen munter weiter: Am 13. Mai 2017 berichteten alle Tageszeitungen, dass die deutsch-türkische Journalistin Mesale Tolu aus Ulm in Istanbul festgenommen wurde.
Zur Unterstützung aller inhaftierten Journalisten fordert amnesty international: Niemand darf allein aufgrund seiner journalistischen Arbeit vor Gericht gestellt werden. Wenn ein Strafverfahren eingeleitet wird, müssen überzeugende Belege auch für international anerkannte Straftaten vorgelegt werden. Die türkischen Behörden dürfen den Ausnahmezustand nicht als Vorwand nutzen, um friedliche Regierungskritiker mundtot zu machen. Der zweite Informationsschwerpunkt war die Kampagne „Rassismus im Alltag“. Rassistische Straftaten haben in Deutschland in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Zwischen 2013 und 2015 ist die Zahl der politisch rechts motivierten Gewalttaten um rund 90 Prozent gestiegen. Den Schülern wurde anhand von Einzelbeispielen verdeutlicht, dass Rassismus ein Problem des Alltags sei und nicht nur in Fußballstadien stattfindet. Leider gibt es in Deutschland eine deutliche Tendenz der Verharmlosung und Leugnung rassistischer Realität, die das Sprechen über Rassismus in Deutschland sehr schwer macht. Für die Jugendlichen ist es schwer, mit dieser Thematik umzugehen. Amnesty international gibt folgende Ratschläge: Informier dich, z. B. bei Kommentaren in deinen sozialen Medien. Hör zu, wenn schwarze Menschen über Rassismus-Erfahrungen berichten, mische dich ein, wenn du rassistische Ausgrenzung beobachtest.


Exkursion der 13. Klassen ins mittelalterliche Nürnberg

Nürnberg Nürnberg Nürnberg

Kurz vor den Weihnachtsferien unternahmen die Klassen F 13S, F 13SW und B 13TW im Rahmen des Kombifaches Geschichte/Sozialkunde mit ihrem Lehrer Josef Bachmeier eine Studienfahrt nach Nürnberg, um sich vor Ort mit der besonderen Rolle dieser Stadt im Mittelalter zu beschäftigen.
Nachdem bereits im Unterricht des Faches Geschichte/Sozialkunde allgemein auf die Merkmale der mittelalterlichen Städte in der Theorie eingegangen wurde, hat es sich aufgrund der nicht allzu großen Distanz nach Nürnberg angeboten, sich zu diesem außerschulischen Lernort zu begeben und das im Unterricht erworbene Wissen vor Ort zu vertiefen. In Nürnberg angekommen, wurden die Schüler in zwei Gruppen aufgeteilt und anschließend mit den Begleitlehrkräften Josef Bachmeier, Brigitte Schreiner und Michaela Schedlbauer von zwei Führerinnen der Altstadtfreunde Nürnberg e. V. durch die mittelalterliche Burganlage und Teile der Altstadt geführt, die im Mittelalter eine wichtige Rolle gespielt haben. Rund um die Nürnberger Kaiserburg gab es schon lange vor unserer Zeit geschäftiges Treiben und bunte Lebendigkeit. In den Handwerkerhäusern der Weißgerbergasse genauso wie in den Kaufmannshäusern der etwas vornehmeren Gesellschaft. Die Schüler konnten so selbst sehen, was die Zeit überdauert hat und was vom mittelalterlichen Nürnberg noch zu entdecken ist. Wichtige Stationen der Führung waren dabei neben der Kaiserburg die Handwerkerstraßen und Kaufmannshäuser, das Alte Rathaus, St. Sebald, das Dürer-Haus, der Schöne Brunnen und die Stadtmauer. In der Mittagspause hatten die Schüler zudem noch die Möglichkeit, einen kurzen Abstecher auf den Christkindlesmarkt zu machen, für den Nürnberg schließlich über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist, bevor man dann am Nachmittag noch dem Germanischen Nationalmuseum einen Besuch abstattete, wo aktuell die Bayerische Landesausstellung zu Kaiser Karl IV. stattfindet.