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„Youth against Vandalism“ – Erasmus+ Projekt der Beruflichen Oberschule Cham

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Die Berufliche Oberschule Cham nimmt in den Schuljahren 2018/19 und 2019/20 zusammen mit vier weiteren europäischen Schulen am Erasmus+ Programm teil, um das Phänomen „Vandalismus“ zu erforschen und Präventionsprogramme zu entwickeln.

1. Teilnehmer

Die beteiligten allgemeinbildenden Schulen stammen aus Deutschland, Griechenland, Italien, Polen sowie Portugal und führen zum Abitur oder einem vergleichbaren Abschluss. Im Einzelnen handelt es sich um die

Die am Projekt mitwirkenden Schüler sind zwischen 16 und 18 Jahren alt (Sek. 2). In Cham bringen sich im Schuljahr 2018/19 v. a. die Fachoberschulklassen F 11W und F 11GWw in die Projektarbeit ein.

2. Motivation

Alle Projektschulen gaben bei der Antragsstellung an, dass sie ein mehr oder weniger großes Problem mit Vandalismus haben und dass sie sich diesem Problem stellen wollen. Das Projekt vereint dabei Schulen mit unterschiedlichen Hintergründen: Während die Bildungseinrichtungen aus Südeuropa aktuell mit einer hohen Jugendarbeitslosigkeit und damit einhergehend mit großen Frustrationen unter Jugendlichen konfrontiert werden, befinden sich die Heranwachsenden in Deutschland in einer vergleichsweise sehr komfortablen Lage. Trotzdem sind auch hier entsprechende Vorfälle nicht selten. Nach dem bereits Jahrzehnte zurückliegenden Ende der kommunistischen Herrschaft scheint die Transformation in Polen immer noch nicht abgeschlossen zu sein, was sich auch auf den Umgang mit privatem und öffentlichem Eigentum auswirkt.

Mit ihren unterschiedlichen Erfahrungshorizonten können sich die Schulen bzw. die damit verbundenen Personen in das Projekt einbringen und voneinander lernen. Dabei spielt nicht zuletzt die europäische Idee, die Menschen in Europa näher zusammenzubringen, nachbarschaftliche Kulturen kennenzulernen und Vorurteile abzubauen, eine zentrale Rolle.

3. Ziele / geplante Ergebnisse

Die Schüler führen eine internationale sozialwissenschaftliche Studie zum Thema „Vandalismus“ durch. Auf dieser Grundlage sollen Präventionskonzepte für die Schulen und Heimatkommunen entwickelt sowie implementiert werden. Daneben sind viele weitere Aktivitäten wie die Erstellung einer Wanderausstellung, die von Schule zu Schule weiterzieht, geplant.

4. Arbeitsweise

Ein Großteil der Projektarbeit vollzieht sich fächerübergreifend im Regelunterricht der beteiligten Klassen. Insbesondere die Fächer Volkswirtschaftslehre, Geschichte, Rechtslehre, Sozialkunde, Landessprache sowie Englisch widmen sich dem Thema eingehender. Daneben werden Projekttage organisiert, Experten eingeladen und Exkursionen unternommen, um möglichst viele Facetten des Problems „Vandalismus“ zu beleuchten. Die Zwischenergebnisse dieser auf zwei Jahre angelegten Forschung werden jeweils von den sechs Projektbotschaftern aus den einzelnen Schulen gebündelt, überarbeitet und schließlich auf den halbjährlichen Projekttreffen in Cham, Martano Lecce, Piräus, Vila Nova de Gaia sowie Jelcz-Laskowice präsentiert und in den gesamten Arbeitsprozess eingebunden.

5. Projekttreffen

Jeweils sechs Projektbotschafter der beteiligten Schulen haben die Gelegenheit, sich intensiv über Ihre Arbeit zum Thema „Vandalimus“ auszutauschen und das gemeinsame Projekt voranzubringen. Da sie in internationalen Gruppen arbeiten, ist die Projektsprache Englisch. Daneben erhalten die Schüler reichlich Gelegenheit, Land und Leute der besuchten Schulen kennenzulernen und mithilfe der Partner vor Ort tiefe Einblicke in die Kulturen der Gastgeber zu erhalten.

6. Externe Partner

Um das Erasmus+ Projekt erfolgreich voranzubringen, unterstützen uns externe Partner. Im Vorfeld und bei der Durchführung des ersten Projekttreffens in Cham (15.11.-20.11.2018) konnten wir auf die Unterstützung bzw. Expertise folgender Personen bzw. Einrichtungen zählen:

  • Herr Christian Hausladen / Polizeiinspektion Cham
  • Herr Walter Pfau (Bundespolizeirevier Regensburg)
  • Herr Stefan Simeth (Amtsgericht Cham)
  • Frau Anna-Maria Hoerlin (Universität Regensburg)
  • Herr Dr. Jens Rieger (OTH Regensburg)
  • Herr Martin Kriekhaus (Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstelle Cham)
  • Herr Dr. Michael Schröder (Akademie für politische Bildung Tutzing)
  • Landratsamt Cham
  • Stadtverwaltung Cham

7. Förderung

Im Februar 2018 stellte die Berufliche Oberschule Cham unter dem Arbeitstitel „Youth against Vandalism“ den Antrag zur Durchführung eines Erasmus+ Projektes. In den Sommerferien konnte der Bewilligungsbescheid freudig entgegengenommen werden. Mit der Teilnahme am Erasmus+ Programm ist eine großzügige Förderung der EUROPÄISCHEN UNION verbunden. Aus diesen Mitteln können nahezu alle Projektausgaben (einheitliches Projekt-T-Shirt, Materialkosten, Referentenhonorare, Reisekosten etc.) beglichen werden.

Die Förderung erfolgt aber auch dadurch, dass z. B. kooperierende Einrichtungen für uns Referenten, die auf ihr Honorar verzichten, gefunden haben und Unternehmen bei Preisverhandlungen Entgegenkommen zeigen.

„Youth against Vandalism“ – Zweites Erasmus+ Treffen in Portugal


Publikum Publikum Publikum Publikum Publikum Publikum Publikum Publikum


Nachdem im November 2018 die Kick-off-Veranstaltung zum Erasmus+ Projekt „Youth against Vandalism“ an der FOSBOS Cham stattgefunden hatte, stand nun das zweite Projekttreffen – diesmal in Portugal – auf der Agenda.

Nach der Ankunft in Porto und dem Bezug des Hotels in Vila Nova de Gaia, wo bereits die portugiesischen Erasmus-Lehrkräfte auf die deutsche Reisegruppe warteten, um sie auf das Herzlichste zu begrüßen, wurde das Projekt mit einem schönen Abendessen an der Partnerschule begonnen, das von den Schülern und Lehrern der an der Schule mitintegrierten Gastronomie-Abteilung ausgerichtet wurde. Die Wiedersehensfreude war auf allen Seiten groß, da bereits beim ersten Treffen in Cham die Chemie zwischen Projektteilnehmern aus Griechenland, Polen, Italien, Portugal und Deutschland stimmte. Da teilweise neue Schüler in das Projekt aufgenommen wurden, stellten sich alle Länder mit ihren Vertretern im Rahmen von kurzen Präsentationen nochmals vor.

Am nächsten Tag widmeten sich die am Projekt Beteiligten dem Thema „Vandalismus – Ursachen und Lösungen“. Nach der Begrüßungsrede des Schulleiters Artur Vieira stellten die verschiedenen Gruppen die Ergebnisse der an ihren Schulen durchgeführten Schülerbefragungen vor. Vor der Kaffeepause gab es für die internationalen Gäste aber noch eine Überraschung: Der Schulchor hatte ein für jedes Teilnehmerland typisches Lied einstudiert und zum Besten gegeben. Die deutschen Gäste wurden beispielsweise mit dem Lied „Ein bisschen Frieden“ begrüßt.

Die Arbeiten wurden anschließend mit einem Vortrag zum Thema „Graffiti / Street Art: Vandalismus, Gegenkultur oder institutionalisierte Kunst“ von Professorin Helena Pires von der University of Minho fortgesetzt, der das Publikum zu interessanten Fragen anregte.

Nachmittags erfolgte schließlich die offizielle Begrüßung der internationalen Gäste durch den Bürgermeister im Rathaus von Vila Nova de Gaia und ein Ausflug zum Strand von Miramar, um den wunderschönen portugiesischen Sonnenuntergang bei der Kapelle Senhor da Pedra zu genießen. Die folgenden Tage waren dann unter anderem der Entdeckung von Gaia und Porto gewidmet. Am Samstagmorgen besuchten die Projektteilnehmer das Kloster Serra do Pilar und fuhren mit der Seilbahn zum Cais de Gaia, um das Corpus Christi-Kloster zu besuchen. Nach dem Mittagessen bekamen die Gäste eine Führung durch die Keller des bekannten Portweinherstellers Sandeman, an deren Ende selbstverständlich noch die Möglichkeit bestand, eine kleine Kostprobe von den dort lagernden edlen Tröpfchen zu nehmen. Anschließend stand die Besteigung und Besichtigung des Clérigos-Turms in Porto auf dem Programm, wofür die berühmte Dom-Luís-Brücke überquert werden musste, die das eigentliche Wahrzeichen von Porto darstellt.

Der Sonntag begann mit einem Besuch der Kathedrale von Porto. Die Gruppe flanierte durch die historischen und pittoresken Straßen von Escura und Bainharia, über Largo de S. Domingos bis zum Palácio da Bolsa, wo alle Projektteilnehmer die arabische Halle bestaunten. Mit einer nostalgischen elektrischen Straßenbahn fuhren dann alle von Porto in das noble Passeio Alegre (Foz) an der Atlantikküste, wo das Mittagessen stattfand. Der Rückweg nach Porto wurde mit einem Sightseeing-Bus absolviert. Auf dieser Tour kam man nochmals an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Porto und Gaia vorbei und konnte sich so einen noch besseren Überblick über die beiden benachbarten Städte am Douro verschaffen. Der Rest des Nachmittags stand zur freien Verfügung und wurde abends mit einem Essen in Ribeira abgerundet.

Am Montag ging es zurück an die Schule zur Weiterarbeit am Projekt. Die portugiesische Partnerschule hatte dazu eine Podiumsdiskussion organisiert, an der Ana Bessa Carvalho, eine Professorin an der Universität von Minho, die Künstlerin Beatriz Albuquerque, die Englischlehrerin Manuela Silva und der Chef der Polizeizentrale von Canelas, Márcio Pereira, teilnahmen. Nach den Beiträgen der Redner folgte eine lebhafte Debatte, bei der sich die Referenten den Fragen der Projektgruppe stellten.

Im Anschluss an das Mittagessen besuchten die internationalen Gäste den berühmten Lello Bookstore im Herzen Portos, in dem sich schon Joanne K. Rowling für ihre Harry-Potter-Romane inspirieren ließ.

Der letzte Abend war ganz dem Motto Mittelalter gewidmet und begann mit einem dementsprechend rustikalen mehrgängigen Abendessen. Hierfür schlüpften alle Teilnehmer vorher in typisch mittelalterliche Kostüme, was für ein ganz besonderes Flair sorgte und den Schülern und Lehrern ganz offensichtlich auch großes Vergnügen bereitete. Nach einigen Stunden gemütlichen Beisammenseins galt es schließlich Abschied zu nehmen, da die italienische Projektgruppe noch in der Nacht zum Dienstag die Heimreise antreten musste, wohingegen die Chamer Gruppe noch den Vormittag in Porto und Gaia genießen konnte. Voller Vorfreude blicken alle Projektbeteiligten jedoch schon auf das nächste Treffen in Griechenland im Oktober 2019, wo dann unter anderem ein gemeinsames Kunstprojekt zum Thema Vandalismus verwirklicht und Plakate für eine künftige Wanderausstellung präsentiert werden sollen.  

FOSler lernen das Einmaleins des Filmens


Videoworkshop Videoworkshop Videoworkshop Videoworkshop


Eine äußerst interessante Einführung in die Grundlagen des Filmens erhielten vor Kurzem die Schüler der FOSBOS Cham. Matthias Eiban, der Geschäftsführer der QXXQ-Studios aus Waldmünchen, hat sich ohne Zögern dazu bereit erklärt, den Schülern einen Crash-Kurs in Sachen Videoclips zu geben, sollte doch im Rahmen des aktuell an der Schule laufenden Erasmus+ Projekts „Youth against Vandalism“ auch ein Film entstehen.

Neben Informationen zur Filmvorbereitung und zum Thema Rechtsangelegenheiten hatte Matthias Eiban der bereits für zahlreiche große Unternehmen Videoclips gedreht hat und auch durch den Landkreis-Werbefilm einem breiteren Publikum bekannt ist, auch einige seiner Gerätschaften mitgebracht, um den Schülern zu demonstrieren, welches Equipment notwendig ist, um ordentlich arbeiten zu können und welche Kameratypen, Objektive und Bildformate etc. es gibt und was beispielsweise bei der Belichtung zu beachten ist. Besonders interessiert zeigten sich die Schüler bei den Ausführungen über die korrekte Bewegung einer Kamera und den Einsatz verschiedener Kameras in einem Video. Doch ist der Film einmal im Kasten, beginnt die Arbeit erst, geht es doch anschließend ans Schneiden und Bearbeiten des Rohmaterials, was mit sehr viel Zeitaufwand verbunden ist. Filme wollen schließlich mit aufregenden Effekten, Untertiteln und Musik untermalt werden, damit sie ihre Wirkung auf den Zuschauer entfalten.

Immer wieder hatten die Schüler die Möglichkeit, dem Filmexperten Fragen zu stellen, welche dieser bereitwillig und verständlich beantwortete, doch mit der Theorie alleine ist es nicht abgetan. Jetzt heißt es, sich ans Werk zu machen und selbst mit der Kamera zu experimentieren, denn nur durch eigene Erfahrungen lernt man auf diesem Gebiet etwas. Die Premiere für das Filmteam der FOSBOS fand am Gaffiti-Projekttag statt, bei dem die Schüler sich unter anderem mit Graffiti als Ausdruck von Kunst beschäftigten und zugleich selbst gestalterisch tätig wurden, indem sie vorbereitete Holztafeln verzierten. Am Nachmittag fand schließlich noch eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Politik und Gesellschaft statt, in der die Thematik „Graffiti“ im öffentlichen Raum kontrovers diskutiert wurde.  

Ein Graffito für das BSZ Cham


Graffiti Graffiti Graffiti Graffiti Graffiti Graffiti Graffiti Graffiti Graffiti Graffiti


Am Dienstag, den 9. Juli 2019, veranstaltete das BSZ Cham im Rahmen des Erasmus+ Projekts „Youth against Vandalism“ einen Projekttag zum Thema Graffiti. Im praktischen Teil am Vormittag sprühten die Schüler ein Graffito mit dem Schriftzug FOSBOS, während am Nachmittag in einer Podiumsdiskussion verschiedene Aspekte von Graffitis reflektiert wurden.

Der Projekttag wurde von verschiedenen regionalen Medien begleitet: Der Fernsehsender TVA berichtete in einem Beitrag, der hier heruntergeladen werden kann.

Weiterhin berichtete die Chamer Zeitung am 10. Juli in drei Artikeln über den Projekttag. Die Wiedergabe der Artikel erfolgt im Folgenden mit freundlicher Genehmigung der Chamer Zeitung.

Gesprühte Kunst


Chamer Schüler befassen sich mit dem Phänomen Graffiti und seinen Folgen

Cham. (mic) Die Schüler der Fachoberschule (FOS) in Cham haben am Dienstag zur Spraydose gegriffen. Graffiti war ihr Thema – für die einen Kunst, für andere Protest und für wieder andere einfach nur Sachbeschädigung.

Im Fall der FOS-Schüler dürfte die Lage klar sein. Sie gestalteten zusammen mit dem Regensburger Graffiti-Künstler Jonas Heigl einen Schriftzug „FOSBOS“, der den Bauzaun während der Renovierung des Beruflichen Schulzentrums in Cham optisch aufwerten dürfte.

Im Vorfeld hatten sie sich allerdings im Rahmen eines internationalen Projekts mit Schülern aus Portugal, Italien, Griechenland und Polen auch mit dem Thema Vandalismus auseinandergesetzt. Ein Problem, das wohl jede Stadt kennt, wie am Nachmittag eine Podiumsdiskussion zeigte. Graffiti ist dabei eine besondere Erscheinung. Sind die gesprühten Zeichen und Bilder nun Kunst oder Sachbeschädigung? Darüber diskutierten Vertreter aus der Kommunalpolitik und der Kunstszene – und waren sich überraschend einig. Graffiti als Protest oder auch als optisch ansprechendes Bildnis habe seine Berechtigung – aber eben nicht überall. Eine Lösung können zum Besprühen freigegebene Flächen sein.

Ein Graffito für das Berufliche Schulzentrum


Graffiti haftet der Hauch des Illegalen an. Die Sprayer kommen des Nachts und hinterlassen oft anonym ein Bildnis, das manchmal mehr, häufig auch weniger als Kunst gelten kann. Am Dienstag haben die Schüler der Fachoberschule Cham zu den Spraydosen gegriffen – am helllichten Tag und völlig legal. Entstehen sollte ein FOS/BOS-Logo, das künftig den Bauzaun an der Dr.-Muggenthaler- Straße zieren wird.

Denn Graffiti können mehr sein als Vandalismus. „Da gibt es eine Schnittstelle zur Kunst“, sagt Lehrerin Michaela Schedlbauer. Sie betreut zusammen mit Jürgen Ertl, Josef Bachmeier und Gerhard Höcht das EU-geförderte ErasmusPlus-Projekt. In diesem Rahmen haben sich die Zehntklässler aus Cham im Vorfeld zusammen mit Schülern aus Portugal, Griechenland, Italien und Polen mit dem Thema Vandalismus befasst. „Wir haben uns bewusst nach neuen Partnern umgeschaut, um das Thema aus verschiedenen Perspektiven zu sehen“, erklärt Schedlbauer. Wenig künstlerische Schmierereien seien dabei in jedem der Länder ein Thema. Aber es geht eben auch anders. „Es muss für die Jugendlichen auch Möglichkeiten geben, wo sie legal sprayen können“, findet Schedlbauer.

Die Schule, die die Jugendlichen auf diese Weise für das Thema sensibilisieren will, geht voran und hat sich Unterstützung durch den Regensburger Graffiti-Künstler Jonas Heigl geholt. Er hat bereits einige Projekte dieser Art mit jungen Leuten auf die Beine gestellt. Nach einer Einführung und ersten Fingerübungen sprühte er die Vorlage für das FOS/BOS-Graffito auf die Holzplatten. Dann durften auch die Schüler ran.

Mit dabei war ein Schüler-Filmteam, das alles festhielt. Zusammen mit ihren internationalen Kollegen arbeiten die FOS-Schüler außerdem gerade an einer Ausstellung. „Die Schüler profitieren sehr davon“, sagt Schedlbauer über das bereits vierte Erasmus-Projekt an der FOS. Es entstehen nicht nur langjährige Freundschaften, sondern die Schüler werden auch fit in Englisch.

Nach einem Treffen im November in Cham und einem Besuch im März in Portugal geht es im Herbst nach Griechenland. Dort greifen sie wieder zur Spraydose, um eine Fabrikhalle gemeinsam mit Graffiti zu verschönern.  

Zwischen Sachbeschädigung und Kunst


Fachoberschule veranstaltet Podiumsdiskussion über das Für und Wider des Graffiti

Cham. (mic) In jeder Stadt gibt es die neuralgischen Punkte, an denen Vandalismus seine unschönen Spuren hinterlässt. „Youth against Vandalism“ – Jugend gegen Vandalismus heißt ein internationales Projekt der Fachoberschule (FOS) Cham. Mit dem Graffiti widmeten sie sich am Dienstag dabei einem recht „schillernden“ Teil des Themenfeldes, das sich irgendwo zwischen Ästhetik und Sachbeschädigung bewege, führte Lehrer Jürgen Ertl in die Sache ein. Nachdem die Schüler am Vormittag selbst zur Spraydose gegriffen hatten (siehe Bericht oben), folgte am Nachmittag eine Podiumsdiskussion.

Gekommen waren Vertreter der Kunst und der Kommunen sowie ein echter Sprayer. Jonas Heigl allerdings machte gleich zu Beginn deutlich, dass er den legalen Weg bevorzuge, und zeigte im Laufe der Diskussion auf, wie dieser aussehen kann. Trotzdem gebe es auch die andere Seite in der Szene. Jene, die sagen, was er mache, sei kein richtiges Graffiti, gab Heigl einen Einblick. Graffiti war und ist auch Rebellion.

Graffiti als Protest

Dabei waren sich alle Teilnehmer der Podiumsdiskussion einig, dass manche Meinungsäußerung indiskutabel sei. Hakenkreuze oder persönliche Beleidigungen würden ganz schnell entfernt, betonten die Bürgermeister in der Runde, Sandro Bauer aus Furth im Wald und Franz Reichold aus Roding. Aber auch sie, die eigentlich als Kontrageber zum Graffiti vorgesehen waren, zeigten sich durchaus offen für diese Ausdrucksform, die in den 80er Jahren als demokratische Bewegung galt – eben weil sie im öffentlichen Raum für alle zugänglich ist, erklärte Anjalie Chaubal, Leiterin der Städtischen Galerie im Cordonhaus in Cham. „Wir leben in einer freien Gesellschaft, dazu passt das sehr gut.“ Nicht zu vergessen, dass aus der Graffiti-Szene viel für die Kunst entstanden sei.

Kunst und Protest, beide Seiten des Graffiti hätten eine Berechtigung, zeigte Reichold Verständnis. Eine solche Form der Meinungsäußerung müsse in der Demokratie möglich sein. Der Zwiespalt aber bleibe. Denn rechtlich sei die Situation klar, ergänzte Sandro Bauer. Der öffentliche Raum gehöre allen, weshalb sich eben nicht jeder dort einfach austoben dürfe. „Wenn eine Fläche dafür nicht freigegeben ist, ist das Sachbeschädigung, egal wie schön es ist.“

Aber genau solche Flächen, die eine Stadt für Graffiti zur Verfügung stellt, brauche es, appellierte Heigl. „Um einen legalen Spielraum zu haben, um sich auszudrücken.“ Weil Sprayer ihre Werke sichtbar präsentieren wollen, müssten es allerdings attraktive Orte sein. Und sie müssten publik gemacht werden. Was viele nicht wissen: Strom- und Verteilerkästen lassen sich legal besprühen, berichtete Heigl. Die Betreiber wollen nur vorher gefragt werden und einen Entwurf sehen.

Sprühen, wo’s keinen stört

Heigl nahm auch seine Sprayer-Kollegen in die Pflicht. „Wer den öffentlichen Raum erobern möchte, muss halt selber mitdenken und darf nur an Stellen sprühen, wo’s nicht stört.“ Umgekehrt sollte auch die Stadt überlegen, tolle Graffiti an einem solchen Ort zuzulassen.

Dabei gehe es nicht immer nur um Ästhetik, sondern auch um die Botschaft, machte Andi Dünne von der Chamer Kunstschule Kunstbetrieb deutlich – weil Graffiti eben auch Protest sei. Er zeigte sich überzeugt, dass sich mit den Städten immer Lösungsansätze finden ließen, man müsse nur das Gespräch suchen.

Vielleicht könne ein Projekt wie an der FOS der Anstoß sein, auch hier in Cham aus einzelnen Sprayern eine echte Szene zu formen, schlug Chaubal vor. Eine Szene, die sich in gewisser Weise selbst reguliert und solche Angebote einer legalen Fläche auch annimmt. „Vielleicht könnt ihr einfach mal einen Antrag bei der Stadt für eine solche Fläche stellen“, wandte sich Chaubal an die Schüler. Die Diskussion habe jedenfalls gezeigt, dass die Kommunen durchaus offen dafür seien, fasste Ertl zusammen. „Jetzt liegt der Ball bei den Jugendlichen.“

Rückblick: "Youth and Politics in Europe" - Comenius-Projekt 2013 - 2015


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Schüler beraten Politiker


Publikum Videoclip Videoclip Diskussion Gruppenbild

Ausgangspunkt für das Comenius-Projekt war das geringe Interesse der Jugendlichen an Politik. Verschärft wird diese Situation dadurch, dass die Politiker nicht an die Jugendlichen „rankommen“, bedingt durch Kommunikations- und Glaubwürdigkeitsprobleme. Zwei Jahre lang haben sich Schüler der F12Sa und F12Sb mit dieser Problematik beschäftigt. Das Ergebnis wurde nun in Form eines Video-Clips in einer Abschlussveranstaltung den Abgeordneten auf kommunaler, Landkreis-, Bundestags- und Europaebene vorgestellt. Außerdem hatten die Schüler die Gelegenheit, die Ergebnisse mit den Vertretern der Politik zu diskutieren. Nun wissen die Politiker, was die Schüler an der Politik frustet. Wir warten auf den Lerneffekt!

Hier gibt es noch den Link zu einem Videoclip: Videoclip  

Comenius-Treffen „Crossing Borders“ in Deutschland und Tschechien


Karlsbrücke Oktoberfest Darsteller Team

Im Rahmen des Comenius-Projekts „Youth and Politics in Europe“ trafen sich die Teilnehmer der FOS Cham nun zum dritten Mal mit den Partnerschulen. Das Treffen „Crossing Borders“ fand in Deutschland und Tschechien statt. Wir als Gastgeberschule luden zunächst nach Herrsching ein, wo ein Referent der Landeszentrale für Politische Bildung sprach. Nach einem Ausflug auf das berühmte Oktoberfest, das unsere Gäste stark begeisterte, fuhren wir in die Jugendbildungsstätte Waldmünchen, um dort die Grundlagen für die Produktion unseres eigenen Videos zum Thema „Jugend und Politik“ zu erlernen. In Pilsen wurden dann die ersten Ergebnisse präsentiert und das Treffen wurde in der Hauptstadt Prag beendet. Zuhause produzieren wir jetzt unser Video, das wir den anderen Teilnehmern nächstes Jahr in Wien beim Abschlusstreffen vorstellen werden.  

„Wie tickt die europäische Jugend politisch?“


An der Partnerschule in Odense Kopenhagen Schloss Tranekaer Meerjungfrau Kopenhagenn

Rückblende – Anfang Oktober 2013: In den nahezu heiligen Hallen des altehrwürdigen Budapester Eötvös József Gymnasiums herrscht babylonische Sprachverwirrung bei den Schülern aus Dänemark, Österreich, Tschechien, Ungarn und Deutschland. Verantwortlich dafür ist die derzeit vielgescholtene Europäische Union bzw. das von ihr sehr großzügig geförderte Comenius-Programm: Das von der Beruflichen Oberschule Cham koordinierte Comenius-Projekt „Youth and Politics in Europe“ hat Schüler aus fünf Ländern zusammengeführt, um einen gemeinsamen Auftrag zu bearbeiten: Sie sollen untersuchen, wie ihre europäischen Altersgenossen politisch ticken. Dazu entwickeln sie bei ihrem ersten Treffen in Budapest einen sozialwissenschaftlichen Fragebogen, um die politischen Meinungen, Interessen und Verhaltensweisen der Jugendlichen in den beteiligten Ländern zu erforschen. Im Zentrum des Projekts steht dabei die Wahl zum Europäischen Parlament im Mai 2014. Die zusammengetragenen Erkenntnisse sollen später in ein Beratungskonzept münden: Maßgebliche Politiker können dann von den jugendlichen Spin-Doctors (Politikberatern) lernen, wie Politik jugendnah gestaltet bzw. erklärt werden kann. Die Arbeit in den Workshops ist mittlerweile erfolgreich über die Bühne gegangen. Vanessa Fischer aus Cham stellte zusammen mit Jacub aus Pilsen und Ole aus Odense den Rohentwurf des Fragebogens vor, natürlich wieder auf Englisch – und das völlig ungezwungen. Zuhause in Cham sind nun die Fragebögen weiterentwickelt sowie über das Internet mit Partnerschulen abgestimmt worden. Alle fünf Schulen haben insgesamt über 1000 Befragungen durchgeführt. Mit den aufbereiteten Analysedaten im Gepäck geht es Ende März 2014 wieder auf die Reise – diesmal nach Odense (Dänemark), um zusammen mit den Partnerschulen in einem internationalen Vergleich weiter an ihrem Projekt zu arbeiten. Dabei stellten die jungen Forscher u. a. Folgendes fest: Die am meisten genutzte Informationsquelle für Politik ist in Tschechien und Ungarn das Internet, während in Dänemark, Deutschland und Österreich das Fernsehen an der Spitze steht. Nur in Österreich und Deutschland spielt auch die Tageszeitung noch eine Rolle. Auch die politischen Einflussmöglichkeiten werden unterschiedlich bewertet: In Ungarn und Deutschland ist nur die Hälfte der Befragten zufrieden, während die Dänen und Österreicher ihre Möglichkeiten als gut einschätzen. Die Tschechen beurteilen dagegen ihre Einflussmöglichkeiten negativ. Lehrreich ist für die Chamer Forschergruppe übrigens auch der Einblick in die unterschiedlichen Schulsysteme, denn Schüler und Lehrer bekommen auf ihren Forschungsreisen die Gelegenheit zu Unterrichtsbesuchen: Während die ungarischen Schüler v. a. noch konventionellen Frontalunterricht erhalten, wirken insbesondere die dänischen Verhältnisse auf die Besucher aus der Oberpfalz wie eine nicht allzu ferne Zukunftsvision: Weit und breit kein lehrerzentrierter Unterricht, in Kleingruppen werden diverse Problemstellungen bearbeitet, z. T. mit flexibler Zeiteinteilung. Lehrer und Schüler arbeiten weitgehend papierfrei: Schulbücher und Schüleraufzeichnungen sind auf dem Notebook gespeichert. Alle schriftlichen Prüfungen werden auf dem Computer geschrieben. Lehrkräfte schleppen nicht mehr schwere Taschen mit unzähligen Kopien durch das Schulhaus, sondern federn wiegenden Schrittes mit einem kleinen Tablet-Computer von einem Klassenzimmer zum anderen. Blätter für die Brainstorming-Phase waren deshalb nur schwer aufzutreiben… Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, bieten nicht nur die Arbeitssitzungen, sondern auch das attraktive, auf das Projekt zugeschnittene Rahmenprogramm: Einen sehr guten Einblick in den ungarischen und dänischen Parlamentarismus eröffnen die Führungen durch die Parlamentsgebäude in Budapest und Kopenhagen. Während das ungarische „Landeshaus“ v. a. durch seine architektonische Prachtentfaltung an der Donau die Besucher schwer beeindruckt, sind die Chamer FOS-Schüler v. a. von den unprätentiösen dänischen Parlamentariern begeistert. Im verhältnismäßig leicht zugänglichen Parlamentsgebäude Schloss Christiansborg stehen sage und schreibe vier Abgeordnete den Schülern Rede und Antwort auf ihre europapolitischen Fragen. Natürlich ist auch Sightseeing angesagt: In Budapest darf dabei der Besuch des jüdischen Viertels, wo die Schüler zwei Synagogen besichtigen, nicht fehlen. Im Haus des Terrors erhalten die Vertreter der europäischen Jugend einen anschaulichen und zugleich schockierenden Einblick in die jüngere ungarische Geschichte vor der Grenzöffnung 1989. Parallelen zur tschechischen und deutschen Geschichte werden für alle sichtbar und machen eines deutlich: Der Austausch, wie ihn unsere Schüler erleben dürfen, war lange Zeit keine Selbstverständlichkeit! In Dänemark steht u. a. das "Koldkrigsmuseum Stevnsfort“ an der Ostsee, eine Rundreise auf Fünen und der kleinen Insel Langeland mit einem Abstecher zum Schloss „Tranekaer“, wo wir persönlich vom Grafen Christian Benedicht Ahlefeldt-Laurvig empfangen werden, sowie Kopenhagen mit Schloss Amalienburg und seinem malerischen Nyhavn auf dem Programm. Nach insgesamt 14 Tagen fruchtbarer Projektarbeit, heißen Diskussionen, abendlichen Erkundungen zweier Großstädte, gemeinsamen Feiern nach getaner Arbeit wird nicht Abschied für immer genommen. An der Vorfreude auf die kommenden Zusammenkünfte zeigt sich, dass von den Jugendlichen der abstrakte Begriff „Völkerverständigung“ tatsächlich mit Leben erfüllt wird. Die nächsten Etappenziele stehen nämlich längst fest: Im Oktober werden in Cham und Pilsen die Forschungsergebnisse von den Schülergruppen in kleinen Videospots aufbereitet. Diese an die Politiker adressierten Medienprodukte werden im Mai 2015 in Wien präsentiert und prämiert. Am Ende dieses Projekt können wir dann vielleicht einigermaßen objektiv sagen, wie groß das politische Engagement europäischer Jugendlicher ist. Allerdings haben die ersten beiden Runden des Comenius-Projekts bereits ein Zwischenergebnis sichtbar gemacht: Wenn man Jugendlichen die nötigen Freiräume gewährt, dann mischen sie sich engagiert ein.