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Fachbereich Wirtschaft

Zwei 11. FOS-Klassen besuchen Messe "vocatium" in Regensburger Donau-Arena

Gesprächstermine Gesprächstermine Gesprächstermine Gesprächstermine Gesprächstermine Schätzspiel Schätzspiel

Die „vocatium Regensburg 2017“, eine Fachmesse für Ausbildung und Studium, wurde am 19. Juli 2017 von zwei 11. Klassen der Staatlichen Fachoberschule Cham (FOS) in den Ausbildungsrichtungen Technik bzw. Wirtschaft besucht. Alle Schüler nahmen dabei drei bis vier persönliche, bereits vorab festgelegte Beratungstermine wahr.
Das Angebot an Messen und Veranstaltungen für angehende Auszubildende und Studierende ist inzwischen recht breit und vielfältig. Sehr oft geht dabei leider aufgrund des großen Andrangs an jungen Besuchern aus vielen regionalen Schulen die Individualität verloren. Die vocatium 2017, heuer vom Institut für Talententwicklung (IfT) zum siebten Mal in der Regensburger Donau-Arena organisiert, geht hier einen anderen Weg. An den Schulen wurden bereits im Vorfeld Informationsbesuche durchgeführt, um die Schülerinnen und Schüler bestens auf die Messe vorzubereiten. Die gezielte Vorbereitung auf den Messebesuch ist zentraler Baustein des pädagogischen Messekonzepts. Aus einem breiten Angebot konnten die Chamer FOSler mit ihren Wunsch-Gesprächspartnern feste, passgenaue Termine vereinbaren, erhielten Checklisten sowie ein Messetaschenbuch.
Für die Einzelberatungen stand jeweils ein Zeitfenster von zwanzig Minuten zur Verfügung. Besonders nachgefragt waren zum Beispiel Ausbildungsbetriebe wie Siemens, Continental Automotive und Krones, staatliche und private Hochschulen bzw. Bildungsinstitute (Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Campus M21, Macromedia, Stenden University), aber ebenso staatliche Arbeitgeber wie Zoll, Bundeswehr sowie die Bundes- und Landespolizei. Auch über ein „Lückenjahr“ zwischen zwei wichtigen Lebensabschnitten beispielsweise in Form von „Work and Travel“ konnte sich im Detail informiert werden. Da die teilnehmenden Schulklassen gestaffelt eingeteilt worden sind, bestand darüber hinaus ausreichend Gelegenheit für spontane Gespräche an den Messeständen. Abgerundet wurde die „vocatium Regensburg 2017“ unter anderem mit einem interessanten Vortragsprogramm sowie der Möglichkeit zum Bewerbungsmappen-Check.
In einer kurzen Erstbefragung durch die begleitende Lehrkraft StD Leonhard Schmidbauer zeigten sich die FOSler von der Individualität der Fachmesse für Ausbildung und Studium fast durchwegs sehr positiv angetan.

Experten im Bereich Steuern sind begehrt

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Über ein relativ zukunftssicheres Berufsfeld mit guten Übernahmechancen sowie zahlreichen Möglichkeiten nach der Ausbildung bzw. nach dem Studium wurde eine 11. Wirtschaftsklasse der Staatlichen Fachoberschule Cham von der Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung Kreitinger & Maierhofer informiert. Die Ausbildung an der Beruflichen Oberschule sieht einen starken Bezug zur beruflichen Praxis vor. An der Fachoberschule werden praktische Erfahrungen im Rahmen der fachpraktischen Ausbildung in der 11. Jahrgangsstufe erworben, die in Blockform in Betrieben, der Verwaltung oder in sozialen Einrichtungen im Wechsel mit dem allgemeinen und fachtheoretischen Unterricht an der Schule erfolgen. Dieser Wechsel von Theorie und Praxis bietet vor allem im fachtheoretischen Unterricht die Möglichkeit, auf praktische Kenntnisse und Fähigkeiten zurückzugreifen. Neben einer ersten Begegnung mit der Arbeitswelt bietet die fachpraktische Ausbildung eine Orientierungshilfe für die Berufs- bzw.Studienfindung. Mit der Kanzlei „Kreitinger & Maierhofer“ gab es am Donnerstagnachmittag einen hautnahen Einblick in die Steuerberufe. Das expandierende Dienstleistungsunternehmen wurde 2011 als Steuerkanzlei gegründet und hat nach Cham inzwischen zudem ein Büro in München eröffnet. Das Team besteht aktuell aus zwei Partnern und 34 Kollegen. Schwerpunkte bilden die Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung, in juristischen Fragen erfolgt die Zusammenarbeit mit der Rechtsberatung Zollner. Für den ersten Teil des Programms, dem Besuch vor Ort in der Schule, durfte sich die FOS-Wirtschaftsklasse über zwei ambitionierte Referenten freuen. Gerhard Müller, seit Mitte 2015 freier Mitarbeiter bei Kreitinger & Maierhofer, hat eine rund 30jährige Berufserfahrung als Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, war lange bei dem international renommierten Unternehmen Ernst & Young und weist praktische Erfahrungen in Börsengängen sowohl in Deutschland als auch den USA auf. Vom Bundeswirtschaftsminister wurde Gerhard Müller in den ersten nationalen IT-Gipfel berufen. Seit 2015 ist Gerhard Müller in München in eigener Praxis selbstständig tätig. Ebenfalls Informationen aus erster Hand erhielt die Schulklasse von Theresa Ruhland, die sich nach Abitur, Steuerfachwirtin sowie dualem Studium (Bachelor of Arts in Steuern und Prüfungswesen) seit 2011 bei „Kreitinger & Maierhofer“ beschäftigt zeigt und im Juni 2016 die Zulassung als Steuerberaterin erhielt. Zu ihrem Aufgabengebiet gehören insbesondere das Aufstellen von Jahresabschlussschlüssen sowie Steuerplanung und Gestaltung. Für eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten werden bei „Kreitinger & Maierhofer“ Mittlere Reife bzw. Abitur vorausgesetzt. Die Ausbildungsdauer von drei Jahren kann bei sehr guten Leistungen und je nach Schulabschluss auf bis zu zwei Jahre verkürzt werden. Das Tätigkeitsfeld des Steuerfachangestellten umfasst im Wesentlichen folgende Bereiche: Unterlagen der Mandanten überprüfen; Jahresabschlüsse vorbereiten und erstellen; Lohn-und Gehaltsabrechnungen vornehmen; Steuerbescheide bearbeiten; Unterstützung der Abschlusskräfte/Steuerberater.​ Da Steuerfachangestellte viel mit Menschen (Mandanten, Finanzämter und andere Behörde) und mit neuester Kommunikationstechnik arbeiten, stellte Frau Ruhland heraus: „Als Steuerfachangestellter seid Ihr das Aushängeschild Eurer Kanzlei“. Neben dem Kommunikationsvermögen werden vor allem wirtschaftlich-rechtlicher Sachverstand, logisches Denkvermögen, mathematische Fähigkeiten und Organisationstalent verlangt. „Ihr habt richtig gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz in einem der gefragtesten Berufe Deutschlands“, so Steuerberaterin Theresa Ruhland. Die Übernahmechancen sind sehr positiv, rund 90 Prozent aller Absolventen verbleiben im steuerberatenden Beruf. Entsprechend wurden auch Möglichkeiten im Anschluss an die Ausbildung wie Steuerfachwirt/in bzw. Steuerberater thematisiert. Nach einer abschließenden Fragerunde marschierten die FOS-Wirtschaftler vom Klassenzimmer in Richtung Chamer Altstadt zu den Kanzleiräumen von „Kreitinger & Maierhofer“ in der Schwanenstraße. Firmenchef Michael Kreitinger, selbst ehemals Schüler der Beruflichen Oberschule Cham, begrüßte die Schulklasse sehr herzlich. Michael Kreitinger ist seit 2010 selbstständiger Steuerberater und Fachberater für Unternehmensnachfolge. Nach der Inaugenscheinnahme der auf drei Etagen verteilten Büros und Aufgabenbereiche, bedankte sich StD Leonhard Schmidbauer zum Abschluss für den informativen Einblick in die Berufswelt rund um die Steuer- und Wirtschaftsberatung sehr herzlich.

Zu Besuch im Verkehrsmuseum in München

Verkehrsmuseum München Verkehrsmuseum München Verkehrsmuseum München

Eine Fahrt nach München mit einem Besuch im Deutschen Verkehrszentrum, einer Außenstelle des Deutschen Museums an der Schwanthalerhöhe, haben zwei Klassen der Staatlichen Fachoberschule Cham (FOS) unternommen. An der Fachoberschule hat der Praxisbezug einen hohen Stellenwert. Gemäß dieser Zielsetzung durchlaufen alle Schüler der 11. Klassen einerseits eine allgemeine und fachtheoretische Ausbildung, zum anderen aber auch eine fachpraktische. Letztere wird in Abwechslung mit Unterrichtsblockphasen an verschiedenen Ausbildungsbetrieben des Landkreises durchgeführt. Um den Schülern ein möglichst breites Berufs- und Studienspektrum zu verschaffen, finden während des gesamten Schuljahres neben dem Praktikum zusätzlich betriebliche und fachbezogene Exkursionen statt. Das Deutsche Verkehrszentrum direkt bei der Theresienwiese bot jetzt dazu eine weitere gute Möglichkeit. Nach der Busanfahrt konnten die rund 40 FOS-Schüler der Ausbildungsrichtungen Technik, Sozialwesen und Wirtschaft/Verwaltung in Begleitung von StD Leonhard Schmidbauer rund um das Thema „Verkehr gestern, heute und in der Zukunft“ viel Wissenswertes zu den Bereichen Mobilität, Technik und Umwelt in Erfahrung bringen. „Schon immer versuchten die Menschen, sich so energiesparend wie möglich fortzubewegen“, lautete eine wichtige Erkenntnis und so unternahmen die FOSler eine kleine „Spazierfahrt durch die Entwicklung der Bewegung“ und beleuchteten dabei den Einfluss auf die Umwelt. Auf der Strecke durch die drei Hallen entdeckten die Schülerinnen und Schüler auch moderne, energiesparende Verkehrsmittel und erhielten Ideen, wie die Autos der Zukunft aussehen könnten. Besonders in der Halle „Verkehr und Umwelt“ wurde den FOSlern sehr anschaulich vor Augen geführt, welche riesigen Mengen an CO2 sie tagtäglich auf dem Weg zur Schule, beim Shoppen, in der Freizeit oder beim Flug in den Urlaub verursachen. Durch die zentrumsnahe Lage der Außenstelle des Deutschen Museums blieb für die beiden Klassen nach dem Besuch in Verkehrszentrum noch ein wenig Zeit für einen Abstecher zum Bummeln und Shoppen in die Münchner „City“ rund um den Marienplatz und den Stachus. Bereits auch zahlreich unterwegs und noch in bester Stimmung waren in der Innenstadt die Fans des italienischen Spitzenclubs Juventus Turin vor dem Champions-League-Rückspiel in der Münchner Allianz-Arena.

Nachhaltig mit Aktien spekuliert

Planspiel Börse Planspiel BörsePlanspiel Börse

Halten oder verkaufen? Diese Frage haben sich bei der 33. Runde des Planspiels Börse der Sparkassen-Finanzgruppe mehr als 120 Spielgruppen aus dem Landkreis Cham gestellt. Die FOS-Teams „Alphabet“ und „Brotpiloten“ schafften es auf die vorderen Plätze. Mit einem fiktiven Startkapital von 50.000 Euro konnten die Schülergruppen ihr Glück an der Börse versuchen, ohne eigenes Geld zu riskieren. Das Planspiel Börse vermittelt auf diese Weise nicht nur Wirtschaftswissen, sondern sensibilisiert auch für Finanzthemen, mit dem Ziel, die Jugendlichen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Geld zu erziehen. Die FOS-Schüler des Teams „Alphabet“ belegten landkreisweit in der Kategorie Nachhaltigkeit den ersten Platz. Auf bayerischer Ebene landete die Spielgruppe mit einem Ertrag aus nachhaltigen Aktien in Höhe von 5.327,31 Euro ebenfalls auf dem Treppchen und belegte einen hervorragenden dritten Platz, der mit einem zusätzlichen Preisgeld prämiert wurde. Eine weitere FOS-Gruppe, das Team „Brotpiloten“, war ebenfalls recht erfolgreich. Die Schüler aus der Klasse F12Sc schafften es mit einem Depotwert von 54.988,70 Euro auf den 4. Platz im Landkreis Cham. Die Schulleiterin Barbara Dietzko und der Betreuungslehrer Martin Stauber freuten sich mit den Schülern über ihre Erfolge und gratulierten den Teams zu ihrem Anlagegeschick.

Find’s heraus, was in dir steckt

„Find’s heraus, was in dir steckt“: Rund 70 Schüler aus drei Klassen der elften Jahrgangsstufe aller drei Ausbildungsrichtungen Sozialwesen, Technik und Wirtschaft/Verwaltung besuchten am vergangenen Mittwoch im Rahmen der Fachpraktischen Ausbildung der Staatlichen Fachoberschule Cham die Berufsbildungsmesse 2015 und den 13. Bayerischen Berufsbildungskongress im Nürnberger Messezentraum. Neben den vielfältigen Informationen zu den verschiedensten Berufen und Studiengängen – auch in dualer Form - war vor Ort für jede Menge an Spaß und Unterhaltung der FOSler gesorgt. Die Bildungsmesse in Nürnberg, die größte ihrer Art im deutschen Sprachraum, findet in der Regel alle zwei bis drei Jahre statt und verkörpert eine ideale Plattform für die Begegnung von Jugendlichen in der Berufsorientierungsphase mit den Akteuren der Aus- und Weiterbildung. Veranstaltet wird sie von der Bayerischen Staatsregierung unter Federführung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, den Organisationen der Bayerischen Wirtschaft sowie der Bundesagentur für Arbeit. Organisiert wurden Fahrt und Besuch von StD Leonhard Schmidbauer, dem FOS-Schulbeauftragten für die fachpraktische Ausbildung. Nach der Anfahrt mit dem Busunternehmen Baumgartner aus Bad Kötzting zum Nürnberger Messezentrum, erkundeten die Schülerinnen und Schüler in Gruppen die drei großen Messehallen. Mehr als 200 Aussteller präsentierten über 300 Ausbildungsberufe und Angebote über schulische Ausbildungsgänge bis zur Hochschule dual. Auch besondere Highlights wie zum Beispiel der „Marktplatz der Kulturen“ waren geboten. Für die FOSler bestand die Möglichkeit zur ausführlichen Information, unzählige Betriebe, Fachschulen und Institutionen, private Einrichtungen sowie öffentliche Behörden (u.a. Bundespolizei, Bayerische Polizei, Bundeswehr, Zoll) stellten ihre jeweiligen Berufsbilder, Ausbildungsplätze und Studiengänge vor. Die Broschüren zum Mitnehmen fanden bei der FOS-Schülerschaft reges Interesse. Allerdings bekamen die Jugendlichen nicht nur einen theoretischen, sondern oftmals auch einen praktischen Einblick. Dies sah man vor allem bei den handwerklichen Berufen, so durften beispielsweise kleine Werkstücke angefertigt oder Arbeitsstationen durchlaufen werden. Aber auch bei den „Kaufmännern“ (Wareneinscannen an der Kasse als Wettbewerb) oder den „Sozialen“ konnte fleißig Hand angelegt oder die „künstlerische Ader“ getestet werden. Dicht umlagert erwiesen sich stets die Aktionsbühnen mit Show- und Musikeinlagen. Gerne in Anspruch genommen wurden an den Messeständen außerdem kleine Gewinnspiele mit praktischen Sofortgewinnen. Abgerundet wurde das interessante Programm mit Bewerber- und Benimmtrainings, Tests zur Berufsorientierung oder Vorträgen. Vor der Heimfahrt machten die FOS-Klassen noch einen kurzen Abstecher in die Innenstadt zum „Nürnberger Christkindlesmarkt“, dem traditionsreichsten Weihnachtsmarkt in Bayern und ganz Deutschland, und auch die Gelegenheit zum „Shoppen“ wurde dabei natürlich gerne ein wenig wahrgenommen.


Feuerlöscher und Seil statt Füller und Schreibblock

Zwei elfte Wirtschaftsklassen der Fachoberschule Cham informierten sich in der ersten Schulwoche im Rahmen der fachpraktischen Ausbildung über Brandbekämpfungsmöglichkeiten bei dem Löschmittelhersteller Bavaria und schlossen eine Teambildungsmaßnahme im Hochseilpark am Perlsee an. Gleich zu Beginn des neuen Schuljahres haben die 11. Klassen der Fachrichtung Wirtschaft die Firma Bavaria Brandschutz Industrie GmbH & Co.KG in Waldmünchen besucht. Helmut Windmaißer begrüßte die Schüler mit ihren Lehrern Wolfgang Bücherl und Martin Hof im Ausstellungsraum und erklärte ihnen anschließend die verschieden Arten von Feuerlöschgeräten. Anschließend wurden auf dem firmeneigenen Brandplatz spektakuläre Löschvorführungen gezeigt und das theoretisch erworbene Wissen eindrucksvoll in die Praxis umgesetzt. Beispielsweise wurde demonstriert, welche Gefahren vom „Löschen“ eines Fettbrandes mit ungeeigneten Löschmitteln ausgehen. Zu Fuß ging es dann in den Hochseilpark am Perlsee. In Zweierteams mussten verschiedene Stationen mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad überwunden werden, wobei die Schüler sowohl für die eigene als auch für die Sicherheit des Partners verantwortlich waren. Einige knifflige Situationen gab es zu bewältigen, die aber gemeinsam von allen bravourös gemeistert wurden, bevor wieder alle erschöpft und glücklich festen Boden unter den Füßen hatten.


Ist der Euro verantwortlich für die Schuldenkrise?

„Nein!“, so lautete die eindeutige Antwort von Reinhard Pfaffel, Leiter der Filiale Regensburg der Deutschen Bundesbank, bei seinem Vortrag an der Beruflichen Oberschule Cham im Februar 2015. Sehr anschaulich erklärte der Referent zwei Wirtschaftsklassen die vielschichtigen Zusammenhänge zwischen Europäischer Geldpolitik und Staatsschuldenkrise. Auf Einladung von Bettina Mühlbauer, Lehrkraft im Fach Volkswirtschaftslehre, kam Reinhard Pfaffel auch in diesem Schuljahr wieder an die Berufliche Oberschule, um im Dialog mit den Schülerinnen und Schülern der Klassen F 12 Wa und B 12 Wa auf die Ursachen der Schuldenkrise, die Rolle der Zentralbank in der Krise sowie Strategien zur nachhaltigen Überwindung der Krise einzugehen. Stellvertretender Schulleiter Leonhard Schmidbauer begrüßte den Gast zunächst herzlich. Vor dem Hintergrund sich überschlagender Ereignisse im Euroraum läge der Vortrag zeitlich optimal. Er appellierte an die Klassen, mit dem Experten Maßnahmen der Geldpolitik kritisch zu erörtern. „Angesichts der aktuellen Brisanz des Themas wird Ihnen der Diskussionsstoff sicher nicht ausgehen“, so Schmidbauer. Reinhard Pfaffel stellte den Wirtschaftsklassen zuerst kurz die Aufgaben der Deutschen Bundesbank vor, so z.B. die Versorgung der Wirtschaft mit Bargeld, die Sicherung eines stabilen Finanzsystems und die Gestaltung der Geldpolitik in Kooperation mit den europäischen Partnern. Anschließend erläuterte Pfaffel die Ursachen der Schuldenkrise in Europa: „Man ging bei Einführung der Währungsunion ein gewagtes Spiel ein, da man sich für eine gemeinsame Geldpolitik entschied, obwohl keine politische Union in den Euroländern durchsetzbar war“. Große Unterschiede in der Fiskal-, Sozial- und Lohnpolitik manifestierten sich v.a. in einer differierenden Entwicklung der Schuldentragfähigkeit, der Inflationsrate und somit der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. „Natürlich steht es jedem Staat zu, selbst zu entscheiden, wie viel Geld für welche Maßnahmen ausgegeben wird, jedoch sollte man sich die Maßnahmen auch leisten können. Jeder Politiker weiß, dass politische Weichenstellungen, welche die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Landes außer Acht lassen, zu einer Gefährdung der Wettbewerbsfähigkeit und somit zwangsläufig zu steigender Arbeitslosigkeit führen“, merkte Pfaffel kritisch an. Um die Wettbewerbsfähigkeit wieder zu verbessern und somit auch die Staatsschuldenkrise in den Griff zu bekommen, sah der Leiter der Bundesbankfiliale eine Senkung der Lohnstückkosten, strenge Haushaltsdisziplin sowie die konsequente Umsetzung von Strukturreformen in den Krisenländern als unabdingbar an. „Die Krisenländer müssen sparen und in der Krise nicht noch mehr Geld ausgeben. Das haben sie bereits in der Vergangenheit getan. Nicht der Euro ist schuld an der Krise, die Länder sind selbst schuld an ihrer Situation!“, machte Pfaffel seinen Standpunkt nachdrücklich deutlich. Trotzdem würden die Länder in ihrer Misere nicht allein gelassen. Noch vor kurzem nicht vorstellbare Maßnahmen der EZB wie die Leitzinssenkung auf ein historisches Tief von 0,05 Prozent, die Einführung eines negativen Satzes der Einlagenfazilität (- 0,20 Prozent) sowie die geplanten Staatsanleihekäufe sollen die Liquidität erhöhen. So soll es den Unternehmen und den privaten Haushalten leichter gemacht werden, günstige Kredite zu erhalten und dadurch Investitionen und Nachfrage anzukurbeln. Pfaffel wies offen darauf hin, dass die Deutsche Bundesbank nicht alle getroffenen Entscheidungen gutheiße. Staatsanleihekäufe gingen nach Ansicht der Deutschen Bundesbank in Richtung einer verbotenen Staatsfinanzierung, wodurch dringend nötige Reformen in den Krisenländern womöglich verschleppt würden. „Ohne Druck geht es oft nicht. Wenn Sie sich vornehmen, sich sehr frühzeitig auf eine Schulaufgabe vorzubereiten, schieben Sie unliebsame Lerninhalte vermutlich auch so lange vor sich her, bis es zeitlich eng wird“, veranschaulichte Pfaffel das Problem. Das derzeitige Niedrigzinsumfeld biete zwar einerseits für einige Personengruppen eindeutige Vorteile, jedoch dürfe es kein „Dauertherapeutikum“ sein, da es sich andererseits auf die deutsche Sparkultur negativ auswirke und erneute Ungleichgewichte an den Finanz- und Vermögensmärkten auftreten könnten. In diesem Kontext war es dem Redner ein besonderes Anliegen, den Zuhörern die Angst vor dem Schreckgespenst der Inflation zu nehmen. Inflation sei nötig, allerdings müsse sie sich im Sinne der Geldwertstabilität kontrolliert entwickeln. Abschließend ging der Referent auf die aktuelle Situation in Griechenland ein. Scharf verurteilte er Forderungen der neuen Regierung nach einem Schuldenschnitt sowie die Ablehnung vieler notwendiger Strukturreformen. Auch in einem Ausstieg aus dem Euro und der Rückkehr zur Drachme sah Pfaffel nicht die Lösung der hausgemachten Schuldenproblematik. „Auch für Griechenland gilt: Nicht die anderen Länder sind schuld, nicht der Euro ist schuld, das Land muss die Strukturprobleme endlich selber anpacken!“, bekräftigte der Bundesbankdirektor nochmals. Nach dem Ende des Vortrags bedankten sich die beiden Klassensprecherinnen mit einem Präsent für die sehr interessante Veranstaltung. Reinhard Pfaffel versprach, auch nächstes Jahr gerne wieder nach Cham zu kommen.


FOS 11 Wa besuchte BMW-Werk Dingolfing

BMW

Das Werk von BMW in Dingolfing hat am Donnerstagnachmittag eine 11. Wirtschaftsklasse der Beruflichen Oberschule Cham besucht und besichtigt. Die Fachoberschüler zeigten sich von den hochtechnisierten Arbeitsabläufen in Presswerk, Karosseriebau und Automobilproduktion mehr als beeindruckt. Wie die FOSler in Begleitung ihres Praktikumsbetreuers StD Leonhard Schmidbauer zunächst beim „Warm up“ im Besucherpavillon erfuhren, hatten sie sich mit Dingolfing den weltweit größten Produktionsstandort der BMW Group überhaupt ausgesucht. Rund 17500 Mitarbeiter und 800 Auszubildende zeigen sich hier beschäftigt. Zum Vergleich: Die Stadt Dingolfing hat ungefähr genauso viele Einwohner (ca. 18000). Neben der Automobilproduktion ist in Dingolfing außerdem die Komponenten-Fertigung sowie die zentrale Teileauslieferung vorzufinden und so präsentiert sich der Standort zwischen dem Stadtgebiet und der A 92, der im Laufe der Zeit kontinuierlich ausgebaut wurde, als ein Verbund von BMW-Werken auf einer Fläche von ca. 2,45 Mio. m². Der den angereisten Chamer Gästen vorgeführte Imagefilm unterstrich trotz „rund 100 Jahre Freude am Fahren“ eine wechselhafte BMW-Geschichte. Eine Besonderheit des Werks stellt der Pendlerbusverkehr dar, welcher ungefähr 10000 Beschäftigte aus weiten Teilen Niederbayerns nach Dingolfing bringt. Täglich fahren bis zu 300 Busse etwa 1.500 Haltestellen an, legen pro Tag 44.000 Kilometer zurück – sprich etwa einmal um die Welt. In Dingolfing werden derzeit fünf Baureihen mit 17 verschiedenen Modellen produziert – pro Tag bis zu 1500 BMW-Automobile. Bei der Führung durch das Werk 2.4 mit Presswerk, Karosseriebau und schließlich Fahrzeugmontage sahen die FOSler vor allem das Entstehen der „Großen“, sprich der 5er, 6er und 7er BMW. Wegen aktueller Umbauarbeiten keinen Einblick gab es in die Lackiererei. Den Abschluss des rund 3,5 Kilometer langen Besucherweges bildete im Montage- und Fügebereich die "Hochzeit" von Antriebseinheit und Karosserie.